Teichfläche planen und den Erdaushub abschätzen

Zunächst sollte man eine Skizze anlegen mit dem Umriss und den einzelnen Tiefenzonen des Gartenteichs:

Beim kleinen Gartenteich

Für einen kleinen Gartenteich mit einer Gesamtfläche von bis zu etwa 2 m² reichen in der Regel 2 Tiefenstufen:

  1. ein Flachwasserbereich mit einer Tiefe von etwa 15 bis 40 cm
  2. einer tieferen Zone zwischen 60 und 70 cm, die allerdings bei nur bedingt zur Überwinterung geeignet ist. 

Beim mittelgroßen Gartenteich

Bei Teichen bis zu einer Wasserfläche von etwa 3 m², sollte man stattdessen drei Tiefenzonen anlegen:

  1. Flachwasserzone mit 15 bis 30 cm Tiefe
  2. Zone mittlerer Tiefe (40 bis 50 cm) und eine
  3. Tiefenzone (70 bis 90 cm tief) einplanen.

Da ein kleiner Gartenteich später per Handschachtung, d. h. mit Spaten und Schaufel angelegt und ausgehoben wird, reicht eine grobe Schätzung der Flächen- und Volumenanteile. Denn kleinere Korrekturen können später während dem Erdaushub immer noch vorgenommen werden.

Beim größeren Gartenteich

Bei einem größeren Gartenteich mit einer Gesamtfläche von mehr als 3 m²werden in der Regel 3 Tiefenstufen angelegt:

  1. Flachwasserbereich (mit ca. 15 bis 30 cm Tiefe)
  2. Zone mittlerer Tiefe (40 bis 60 cm)
  3. Tiefenzone zur frostfreien Überwinterung mit einer Tiefe zwischen 70 und 90 cm.

Diese drei Tiefenstufen sollten so verteilt werden, dass man wenigstens jeweils von einem Teichufer aus einen direkten Zugriff zur mittlerer Zone oder der Tiefenzone hat, z. B. um notwendige Pflegearbeiten vom Teichufer aus durchführen zu können.

Hinweis

Ist der Gartenteich wesentlich größer, ab etwa 5 m2, dann kann auch noch eine 4. Stufe eingeplant werden: eine Feuchtzone mit einer Wassertiefe zwischen 0 und 5 cm, die nur gelegentlich überflutet wird und vor allem Sumpf- und Uferpflanzen vorbehalten bleibt.

Handschachtung oder Baggereinsatz?

Anlage und Aushub eines größeren Teichs sind per Hand in einem einzigen Tag kaum zu erledigen. Hier ist man auf den Einsatz eines Baggers angewiesen. Deshalb müssen zuvor die Flächen und Volumen der einzelnen Tiefenstufen möglichst genau berechnet werden.

Am einfachsten gelingt dies, wenn man die Skizze des Teichs mit den Tiefenstufen maßstabsgerecht auf ein Blatt kariertes Papier überträgt. Dann multipliziert man für jede Tiefenstufe die Anzahl der Kästchen mit der durchschnittlichen Wassertiefe und erhält den Erdaushub in m³.

Beispiel: Hierzu ein Beispiel für die Berechnung der mittleren Tiefenstufe mit dem Maßstab 1 Kästchenlänge entspricht 25 cm: 50 Kästchen à 25 x 25 cm multipliziert mit einer Wassertiefe von 50 cm ergibt ein Volumen von etwa 1,60 m³, welches später als Erdaushub anfällt.

Dass die Wände zwischen den einzelnen Tiefenstufen nicht senkrecht , sondern schräg angelegt werden, um Erdrutschungen zu verhindern, kann dabei vernachlässigt werden.

Rechnet man dann noch das auszuhebende Erdvolumen für die Flachwasser- und die Tiefenzone hinzu, kommt man auf ein Gesamtvolumen von 3 m3 und mehr.

Es ist klar, dass dies nicht von Hand bewerkstelligt werden kann. Hier empfielt sich ein kleiner Minibagger. Natürlich kann man einen solchen Minibagger für einige Tage mieten, doch in einigen Fällen kann ein Kauf günstiger sein: Hat man mehrere Freunde mit großem Garten und „Plänen“ lohnt sich ein Blick auf die Bagger von Wematik. Bereits für unter 10 000 Euro werden hier kleinere Modelle angeboten.

Handschachtung von kleineren Teichen

Zunächst wird der Teichrand mit einer Schnur abgesteckt und dann mit weißem Sand abgestreut und markiert. Dabei muss man beachten, dass die Teichfläche immer etwas größer angelegt werden muss als die eigentliche Wasserfläche: Denn der zusätzliche Platzbedarf für Ufer und Kapillarsperre ist zu berücksichtigen.

Dann wird die Grasnarbe etwa spatentief über die Gesamtfläche abgegraben und abgeräumt. Wie viele Tiefenstufen angelegt werden sollen, das hängt u. a. von der Wasserfläche des Teiches ab.

Im nächsten Schritt hebt man die Flachwasserzone zunächst über die gesamt vorgesehene Teichfläche aus. Dabei muss man zur vorgesehenen Wassertiefe der Flachwasserzone, die Schichtdicke der Abdichtung (in der Regel also die Dicke von Teichvlies und Teichfolie) und des Substrates hinzurechnen. Bei einer Wassertiefe von 20 cm wären dies insgesamt etwa 40 cm. Eventuell muss der ausgeschachtete Teichboden sich etwas setzen oder mit einer Rüttelplatte verdichtet werden.

Dann beginnt der Aushub der mittleren Tiefenstufe und zwar über die Gesamtfläche von Mittel- und Tiefenzone.

Nach erneutem Absetzen und Verdichten wird schließlich die Tiefenzone ausgehoben.

Wohin mit dem Aushub?

Selbst bei einem Gartenteich von nur 4 bis 5 m2 Fläche fallen bereits etliche Kubikmeter an ausgeschachteter Erde an. Da stellt sich die Frage: Wohin mit dem Erdaushub?

Damit lässt sich beispielsweise ein Geländeansteig modellieren. Damit schafft man das notwendige Gefälle, um einen Bachlauf anzulegen, in welchem das bis zu einem Quellstein hochgepumpte Wasser über mehrere kleine Kaskaden in den Teich zurückfließen kann.

Oder man schüttet in kurzem Abstand zum nördlichen Teichufer einen Erdwall oder einen Hügel auf, der von der Sonne beschienen wird. Dieser wird mit Teichhintergrundpflanzen als Wind- und Wetterschutz bepflanzt und mit einigen in den Hang eingelassenen Röhren und Höhlen ausgestattet. Dieser bietet Amphibien und Reptilien einen Platz zum Sonnen, Verstecken und ein Winterquartier.

Oder man legt mit dem Erdaushub einen etwa erhöhten Sitzplatz in Teichnähe an. Es lassen sich viele Möglichkeiten finden, dass aus dem Teich ausgeschachtete Erdmaterial im Garten sinnvoll weiterzuverwenden, statt es per Radlader oder Lastwagen auf die nächstgelegene Erddeponie abtransportieren zu lassen.

Diese zusätzlich anfallenden Kosten kann man sich sparen.