Einfachglas

Im Fachjargon auch Floatglas genannt, findet vor allem im Innenbereich Verwendung, z. B. für Vitrinen, Regale, Arbeitsplatten in Küche oder auch als Glasplatte für den Tisch. Auch im moderngestalteten Gartenhaus oder im offenen Loungebereich sorgt es für ein passendes Ambiente.

Dabei ist das Flachglas mit seiner in der Regel glatten und strukturlosen Oberfläche von Vorteil. Allerdings ist solch ein Floatglas stärkeren mechanischen Belastungen und thermischen Veränderungen nicht gewachsen.

Ornament- oder Strukturglas

Außerdem kann dieses Floatglas zwar auch getönt oder eingefärbt werden, es bleibt aber immer noch transparent.

Strukturglas

Hat man im Gartenhaus zum Beispiel auch eine Duschkabine und andere sanitären Einrichtungen, dann möchte man eine Glastür mit Sichtschutz einbauen. Einen gewissen Sichtschutz bietet bereits ein Ornament- oder Strukturglas: Es ist zwar noch lichtdurchlässig, bietet aber bereits einen gewissen Blickschutz durch die geriffelte oder stark strukturierte Oberfläche.

Solche Glastüren sieht man vor allem in Banken, Geschäfts- und Bürogebäuden.  Für die Tür zum Sanitär- und Saunabereich bietet dagegen Milchglas einen vollständigen Sichtschutz, lässt aber trotzdem noch etwas Licht durch. Im Fachjargon wird es Satiniertes Glas genannt. 

Kaminglas

Immer beliebter im modernen Gartenhaus – egal ob es im geschlossenen Innenwohnraum oder im halb-offenen Loungebereich – wird auch ein Kaminofen mit Glastür, hinter der man die Holzscheite lodern sieht, verwendet.

Glas am Kaminofen

Solch ein Kaminglas muss jedoch hohen thermischen Belastungen standhalten und gleichzeitig auch als Brandschutz dienen. Einfaches Floatglas reicht da nicht: Kaminglas ist ein Keramikmaterial, welches, kurz bevor der Kristallisationsprozess beendet ist, einer Wärmebehandlung ausgesetzt wird.

Dieses feuerfeste Glas dehnt sich bei Hitze weniger stark aus und kühlt auch langsamer wieder ab. Es hält deshalb Temperaturen bis zu 800°C stand, ohne zu bersten oder dass sich Sprünge und Risse im Glas bilden. Der Fachhandel bietet Kaminglas in verschiedenen Glasstärken, selbstreinigend, in gerader und gebogener Form an, je nachdem, was am besten zu den verschiedenen Ofentypen passt.

Isolierglas

Isolierglas ist ein Sammelbegriff für ein Mehrscheibenglas, das aus mindestens 2 Glasscheiben besteht mit einem Luftzwischenraum und einem Randverbund, der die Scheiben zusammenhält. Zwei- und Dreifach-Verglasungen kommen vor allem da zum Einsatz, wo es gilt, einen höhere Wärme-Isolierung von beheizten Innenräumen zu erreichen. Deshalb sollten sie auch zunehmend in Gartenhäusern Verwendung finden, die auch in der kalten Jahreszeit zum gelegentlichen Wohnen und Übernachten genutzt werden können.

Je nach dem Grad der Beanspruchung kann Isolierglas aus Floatglas, teilvorgespanntem Glas, Einscheibensicherheitsglas oder Verbundsicherheitsglas bestehen:

Einscheibensicherheitsglas ESG

Einscheibensicherheitsglas ESG wird thermisch vorgespannt, d. h. es wird auf über 600oC erhitzt und dann schlagartig wieder abgekühlt. Das macht das Glas biegezug-fester, allerdings nicht unbedingt härter, obwohl es oft nicht ganz korrekt als gehärtetes Glas angeboten wird. Aber ESG-Glas verträgt auf alle Fälle größere Temperaturunterschiede und -wechsel.

Einsatzmöglichkeiten gibt es daher zum Beispiel als Kaminglas für den Ofen, für die Verglasung von Wintergarten oder Anlehngewächshaus und viele andere Außenbereiche im Garten.

Teilvorgespanntes Glas (TVG)

Teilvorgespanntes Glas (TVG) ist im Prinzip ein Einscheibensicherheitsglas, wird aber langsamer als ESG-Glas abgekühlt, wodurch die Vorspannung geringer ist und deshalb auch nur eine geringere Biegefestigkeit erreicht werden kann. 

Es verträgt nur einen Temperaturwechsel von bis zu 100oC, bricht und splittert wie einfaches Glas. Ein weiterer Nachteil von TVG-Glas ist, dass es nicht nachträglich bearbeitet werden kann.

Verbundssicherheitsglas (VSG)

Es besteht aus zwei Scheiben von Floatglas, TVG-Glas oder ESG-Glas mit einer hauchdünnen, durchsichtigen Folie dazwischen, die die Scheiben miteinander verbindet. Es ist besonders stabil und tragfähig. Und wenn das Verbundglas doch einmal zerbrechen sollte, dann fliegen keine Bruchstücke und Splitter umher, die Glassplitter bleiben einfach auf der Folie kleben.

Im Garten könnte es z. B. für den Glasgeländer Balkon oder Glasgeländer am Pool oder Schwimmteich eingesetzt werden oder für die Brüstungen der Veranda.

Glasgeländer Balkon

Plexiglas

Plexiglas ist ein polymerer Kunststoff, dessen Einsatzmöglichkeiten im Garten und Außenbereich oft unterschätzt werden. Als Wind- und Wetterschutz ist es Stoffsegeln oder Holzwänden an Langlebigkeit, Resistenz gegen Feuchtigkeit und anderen Witterungseinflüsse deutlich überlegen.

Verwendet man satiniertes Plexiglas, dann eignet es sich auch als Sichtschutz.

Polycarbonat

Polycarbonat wird ebenso häufig wie Plexiglas im Bezug auf seine Anwendungsmöglichkeiten im Garten noch weitgehend unterschätzt. Lediglich bei der Verglasung von Gartengewächshäusern ist es inzwischen Standard, denn es ist nicht nur billiger und leichter als Glas, es ist auch nahezu unzerbrechlich.

Außerdem ist es leichter zu schneiden und zu bearbeiten als Glas. Allerdings ist es empfindlicher gegen Kratzer und wird mit der Zeit etwas unansehnlich. Deshalb muss man die Polycarbonat-Scheiben öfter reinigen. Außerdem kann die Kratzer wegpolieren. Daher eignet Polycarbonat  auch als Terrassenüberdachung, für vollverglaste Wintergärten und Anlehngewächshäuser.