Farne am Gartenteich


Farne am Gartenteich


Farne sollten an keinem Gartenteich fehlen. Im Halbschatten am Ufer verleihen sie dem Gartenteich ein geheimnisvolles Flair. Man sollte die Farne aber nicht einfach beim nächsten Spaziergang in der Natur ausgraben und mitnehmen. Denn viele einheimische Farnarten sind inzwischen so selten geworden, dass sie unter Naturschutz stehen. Außerdem wird das Umsetzen in ein völlig anderes Biotop von den wenigsten Arten gut vertragen. Da ist es besser auf das immens große Angebot an einheimischen und geeigneten exotischem Farngewächsen aus dem Gartenfachhandel zuzugreifen. Diese Sorten und Kultivare sind bereits seit einigen Generationen an die Milieubedingungen im Garten gewöhnt worden. Außerdem weiß man dann gleich, um welche Art es sich wirklich handelt, denn so formenreich Farngewächse auch sind, für den Laien ist die sichere Artdiagnose äußerst schwierig. Im Gartenfachhandel werden insgesamt mehr als 100 winterharte Farne angeboten, darunter viele die auch für einen Platz am Gartenteich infrage kommen. Hinzu kommen exotische Vertreter, die nicht frostresistent sind und im Winter umquartiert werden müssen, aber auch das lässt sich relativ einfach bewerkstelligen.

Foto: Elaine with Grey Cats, Creatiev Commons 2.0 US-amerikanisch Unported



Verbreitung und Lebensraum der Farne

Farne kommen in allen Erdteilen vor. Bis auf wenige Ausnahmen leben sie an schattigen, feuchten Plätzen in Schluchten, Wäldern, neben Wasserfällen, in Mauerspalten oder an den feuchten Ufern von stehenden und fließenden Gewässern. Den Zenit ihrer stammesgeschichtlichen Entwicklung haben sie aber bereits überschritten. Im Karbon, vor mehr als 300 Millionen Jahren bildeten Baumfarne, Riesenschachtelhalmgewächse und Bärlapparten riesige Wälder. Die meisten Arten findet man in den Tropen, von denen einige, da winterfest, auch für einen Platz am heimischen Gartenteich oder beschatteten Bachlauf geeignet sind. Aber auch das Spektrum an einheimischen Farnen hält für den jeweiligen Standort und Bodentyp den passenden Farn bereit.

Merkmale, Form und Färbung der Farne

Neben den Echten Farnen werden auch Baumfarne, Schachtelhalme, Natternzungen und Gabelblattgewächse zu den Farngewächsen gezählt. Sie alle sind Pflanzen, die zur generativen Vermehrung Sporen statt Samen bilden. Damit sind die Farngewächse die Schwestergruppe der samentragenden Gefäßpflanzen. Die Farne lassen sich in drei Gruppen einteilen: Kompakte, Horst bildende Farne, Farne mit lange unterirdischen Rhizomen und die Hirschzungenfarne, die meist waagerecht aus Felsspalten, Trockenmauern o.ä. herauswachsen. Dementsprechend kommen vor allem Horst und Rhizom bildende Farne für einen Platz am Gartenteich infrage.

Foto: Borealis55, Public Domain

Pflege der Farne am Gartenteich

Große Farne wirken am besten als Solitärpflanzen, kleinere setzt man so weit auseinander, dass sich ihre Wedel nicht gegenseitig behindern, sondern voll entfalten können. Die freien Plätze kann man dann mit Bodendeckern ausfüllen, am Teichrand auf feuchtem Boden z.B. mit dem Pfennigkraut. Fast alle Farnarten brauchen einen schattigen oder höchstens halbschattigen Platz, da sie in der Mehrzahl Waldbewohner sind. Einige gedeihen auf kalkreichen, die meisten aber eher auf kalkarmen bis kalkfreien, leicht sauren Böden. Manche Arten vertragen nasse oder gar überflutete Böden, andere benötigen einen feuchten, aber nicht nassen, gut durchlässigen humusreichen Untergrund. Nur wenige Arten wie der Pillenfarn und der Vierblättrige Kleefarn führen ein amphibisches Leben und gedeihen auch im Wasser.

Bevor man einen Farn einpflanzt, schneidet man die alten, teilweise verholzten alten Wedel direkt am der Pflanzenbasis ab. Dann bildet die Pflanze schneller neue Wurzeln und Triebe. Die Grube wird so tief ausgehoben, das sie vom Wurzelstock des horstbildenden Farns ausgefüllt wird. Dann füllt man mit dem für die jeweilige Farnart geeigneten Bodensubstrat auf und tritt die Erde ringsum fest. Die Basis der Pflanze sollte nun in Höhe der Bodenoberfläche liegen. Farne mit einem kriechenden, langen Rhizom werden weniger tief in den Boden gesetzt. Man legt das Rhizom in eine entsprechend lange, flache Grube, bedeckt es mit wenigen Zentimetern Erde, die man dann vorsichtig mit der Hand fest andrückt.

Nach dem Einpflanzen kann man den Boden dann noch mit einer 2cm dicken Schicht aus Rindenmulch, Torfmull oder Lauberde abdecken. Damit wird die Bodenfeuchtigkeit gehalten und man braucht, nachdem die Farne eingewöhnt sind, nur noch bei anhaltender Trockenheit zu gießen. Der Boden wird dann noch einmal im Herbst und Frühjahr gemulcht. Im Frühjahr streut man, bevor man den Boden mulcht, rings um die Farnpflanzen etwas Knochenmehl oder Hornspäne als organischen Langzeitdünger aus. Im Frühjahr muss man auch die abgestorbenen Farnwedel dicht über der Pflanzenbasis abschneiden; das fördert das Wachstum neuer Wedel.

Farne sind also im Vergleich zu anderen Gartenstauden relativ pflegeleicht. Doch auch Farne bleiben nicht völlig von Schäden, Parasitenbefall und Pflanzenkrankheiten verschont. Wenn einzelnen Farnwedel umfallen oder rasch vertrocknen, könnten die Raupen des Wurzelbohrers die Ursache sein, da sie die Farnwurzeln anfressen. Abgefressene Blätter, vor allem wenn sie noch jung und eingerollt sind, sind wahrscheinlich von Nacktschnecken heimgesucht worden. Wenn die Wedel dagegen nur an den Rändern angefressen sind, stecken vermutlich Bohrasseln dahinter. In beiden Fällen streut man zur Vorbeugung Schneckenkorn am Boden rund um die neuen Jungtriebe, auf keinen Fall aber auf die Blätter selbst. Zeigen sich auf den Farnwedeln schwarzbraune Streifen oder Flecken und sterben diese Wedel schließlich ab, dann sind vermutlich Nematoden, sogenannte Blattälchen, die Ursache. Betroffene Farne sollte man ausgraben und verbrennen. Sieht man auf den Blättern dagegen klebrige Flecken, dann handelt es sich vermutlich um Ausscheidungen von Blattläusen, den sogenannten Honigtau. Dieser Honigtau wird in der Folge häufig von Rußtaupilzen besiedelt, die diese Flecken mit einem schwarz-braunen Belag ihrer Sporen überziehen.

Vermehrung der Farne am Gartenteich

Farne lassen sich am besten durch Teilung vegetativ vermehren. Horst bildende Farne hebt man dazu im Frühjahr vorsichtig mit einer Grabgabel aus dem Boden, um die empfindlichen Wurzeln nicht zu verletzen. Dann schneidet man die aus dem Vorjahr verbliebenen Wedel ab. Nun zieht man den Wurzelballen mit der Hand oder zwei Grabgabeln auseinander. Schließlich trennt man beide Pflanzenteile mit einem Messer vollständig voneinander. Dann kann man die beiden Ballen nochmals teilen, um mehrere neue Farnpflanzen mit eigenen Wurzelstöcken heranzuziehen. Die Horst bildenden Jungfarne werden nun wieder wie bereits beschrieben in den Boden eingesetzt.

Auch Farne, die lange, kriechende Rhizome bilden, kann man im Frühjahr auf ähnliche Art vermehren. Dazu gräbt man die Farne aus, entfernt die alten Wedel und teilt das Rhizom mit einem scharfen Messer in mehrere Teilstücke. Jeder dieser Rhizomstücke muss aber mindestens noch ein Auge haben, damit sie austreiben können. Die Rhizomteilstücke werden dann wieder in einer flachen Mulde mit den Augen nach oben gelegt und mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt.

Im Vergleich dazu ist die generative Vermehrung über die Sporen der Farne etwas mühsam und langwierig. Nur wenn man Farne in großer Stückzahl vermehren will oder ganz gezielte seltene Farne erhalten will, lohnt sich der Aufwand. Dazu schneidet man die mit Sporen besetzten, reifen Wedel vom Farn ab, legt sie zwischen dünnes, weißes Seidenpapier und deponiert sie dann ganz an einem trockenen Platz. Nach einigen Tagen fallen die reifen, braunen Sporen aus ihren Kapseln und man kann sie mit Hilfe des zusammengefalteten Papiers in eine Tüte sammeln. Diese Sporen kann man nun gleich wieder aussäen oder man wartet damit bis zum kommenden Frühjahr. In jedem Fall braucht man für die Aussaat der Sporen ein steriles Anzuchtgefäß. Dazu nimmt man z.B. eine Petrischale von etwa 10cm Durchmesser, die man in einem Dampfbad in Wasser bis auf über 70 Grad Celsius erhitzt hat. Noch besser geeignet sind Anzuchtschalen die im Boden ein Abflussloch haben, damit sich später keine Staunässe im Gefäß bilden kann. Das Abflussloch wird mit einem flachen Kiesel oder einer Tonscherbe abgedeckt. Darauf folgt eine dünne Schicht aus grobem, sauberem Sand und schließlich eine 2 bis 3cm hohe Schicht aus fein gesiebter Komposterde. Nun legt man ein Papier darauf und übergießt das Ganze mit kochend heißem Wasser. Dann tauscht man das Papier gegen eine Glasscheibe aus, damit das Substrat nicht von Bakterien oder Pilzen kontaminiert wird. Sobald das Pflanzsubtrat abgekühlt ist, entfernt man die Glasscheibe kurz und verteilt mit einer Pinzette oder einer Messerspitze einige Farnsporen auf der Substratoberfläche. Anschließend die Glasscheibe wieder auflegen und das Ganze an einen schattigen, nicht zu warmen Platz stellen. Beginnt die Erde im Anzuchtgefäß auszutrocknen, dann übergießt man sie mit einer sehr schwach konzentrierten Kaliumpermanganatlösung (etwa ein Teelöffel des Pulvers wird in 5 Liter Wasser aufgelöst). Das Kaliumpermanganat tötet mögliche Bakterienkeime zuverlässig ab. Nach einigen Monaten bildet sich ein grüner Belag auf dem Anzuchtsubstrat. Dabei handelt es sich um ein mikroskopisch kleines Zwischenstadium auf dem Weg zur neuen Farnpflanze. Nach weiteren 3 Monaten erscheinen die ersten, herzförmigen Blättchen. Noch weitere 3 Monate heißt es Geduld üben, bis sich kleine Pflänzchen mit der typischen Farnform gebildet haben. Bei einer Größe von 5cm können die Pflänzchen in eine größere Aufzuchtschale umpikiert werden. Die Schichten des Anzuchtsubstrats sind genauso wie im ersten Keimgefäß aufgebaut und werden in gleicher Weise mit kochendem Wasser sterilisiert – natürlich vor dem Eisnetzen der Pflänzchen. Mehrere solcher Schalen setzt man in eine Kiste und deckt das Ganze wieder mit einer Glasscheibe ab. Nach zwei Wochen legt man einige flache Keile zwischen Kistenrand und Glasscheibe, damit Frischluft an die Pflanzen kommt und diese allmählich abgehärtet werden. Nach weiteren 2 Wochen lässt man die Glasscheibe weg. Schließlich die junge Farne einzeln in kleine Pflanztöpfe umgesetzt werden. Die Pflanzerde wird mit einer dünnen Schicht aus grobem Kies bedeckt; das hält den Boden kühl und schützt die Pflanzen vor Austrocknung. Je nach Wachstumsgeschwindigkeit müsse diese Jungfarne immer wieder in einen zunehmend größeren Topf umgepflanzt werden. Erst nach 2 bis 3 Monaten, wenn sich die Wurzeln kräftig entwickelt haben, kann man damit beginnen die Farne ins Freiland auszupflanzen.





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