Elritze
Phoxinus phoxinus

Elritzen

Elritzen fühlen sich in einem kleinen Schwarm am wohlsten. Bei den hier gezeigten Exemplaren tritt die dunkel Querbänderung oder Marmorierung und der goldgelbe Längsstreifen deutlich hervor. - Foto: Karelj, Public Domain

Pflege
mittel
Zucht
mittel
Größe
6 bis 8 cm
Anzahl
größere Gruppen
Idealtemperatur
unter 20°C
Sauerstoffbedarf
hoch
Winterhart
Ja
Für Teichart
Miniteich
Besonderheiten
teilweise Abschattung um Überhitzung des Teichwassers zu vermeiden

Elritzen kommen vor allem in der Forellen- und Äschenregion der Fließgewässer vor. Sie brauchen sauerstoffreiches, klares und kühles Wasser, welches auch in heißen Sommermonaten sich nicht über 20 Grad Celsius hinaus erwärmt. Sie leben von Anflugnahrung, aber auch von im sandig-feinkiesigen Bodengrund lebenden Kleintieren. Im Gartenteich kann man sie daher auf Dauer nur in einem kleineren Schwarm von 8 bis 10 Individuen pflegen und züchten, wenn man ihnen adäquate Milieubedingungen bieten kann. Sie können mit kleineren einheimischen Fischarten mit ähnlichen Ansprüchen wie dem Dreistachligen Stichling und dem Bitterling zusammen gehalten werden.

Verbreitung und Lebensraum der Elritze

Die Elritze, regional auch Pfrille genannt, kommt vor allem in sauberen, sauerstoffreichen Gewässern bis in einer Höhenläge von 2.500m ü. NN vor. Sie besiedelt überwiegend mittelgroße, saubere und sauerstoffreiche Fließgewässer der Forellen- und Äschenregion, aber auch saubere Seen. Wichtig ist dabei vor allem ein Gewässergrund aus Sand oder feinem Kies. Die Elritze ist in Europa und Nordasien weit verbreitet, fehlt aber im Norden Großbritanniens, sowie im südlichen Italien und Griechenland. In manchen Regionen Deutschlands ist sie auch unter dem Namen Pfrille bekannt. Früher wurden Elritzen auch in Stellnetzen und Reusen von Fischern gefangen, da sie als ‚Rümpelchen‘ oder auch ‚Maipiere‘ in marinierter Form im Rheinland als Delikatesse galten. Von Sportanglern wurde sie als Köderfisch benutzt. Die Elritze steht inzwischen aber in Deutschland unter Naturschutz und darf deshalb nicht aus Freilandgewässern entnommen werden, da sie vor allem durch Gewässerverschmutzung und Gewässerverbau (Staustufen u.ä.) gefährdet ist. Lizensierte Nachzuchten werden aber im Zoofachhandel angeboten. Es gibt einige Schwesterarten und Unterarten wie die Posnan-Elritze oder die Sumpf-Elritze aus Nordosteuropa. Andere Elitzenarten mit einer eng begrenzten regionalen Verbreitung wie die Dalmatiner, die Spanische oder die Dubrovnik Elritze gehören anderen Gattungen an und sind mit unserer einheimischen Elritze nicht näher verwandt.

Merkmale, Form und Färbung der Elritze

Die Elritze weist sich mit ihrem torpedoförmig schlanken Körper als Freiwasserart aus. Der Körperquerschnitt ist fast drehrund, der Schwanzstiel seitlich zusammengedrückt. Männchen und Weibchen unterscheiden sich kaum in der Färbung, zudem haben beide Geschlechter während der Fortpflanzungszeit einen Laichausschlag. Die Weibchen sind lediglich etwas fülliger. Die Färbung variiert lokal sehr stark. Der Rücken ist meist grau grünlich gefärbt, die Flanken sind heller und silbrig glänzend, oft andeutungsweise mit dunklen Querstreifen und einer goldfarbenen Längsbinde.

Im Zoofachhandel werden hin und wieder auch sogenannte Gold-Elritzen angeboten. Dabei handelt es sich aber nicht um eine besonders farbige Zuchtform der Elritze, sondern um den Dickkopf-Kärpfling (Pimephales promelas), der mit der einheimischen Elritze nicht näher verwandt ist. Im Vergleich zu den Elritzen haben die Männchen dieser Dickkopf-Kärpflinge eine bullig wirkenden, verdickten Kopf. Es soll aber auch bereits Farbmutanten der echten Elritze geben.

Pflege der Elritze im Gartenteich

Elritzen fühlen sich nur in einem kleinen Schwarm wohl. Man sollte sie deshalb in einer Gruppe von wenigstens 8 bis 10 Individuen pro m3 Wasservolumen im Gartenteich halten (wobei die ersten 1000 Liter Teichwasser den Wasserpflanzen vorbehalten bleiben sollten). Elritzen kommen vor allem in sauberen Fließgewässern vor. Daher muss auch ein Gartenteich, in dem Elritzen erfolgreich gehalten und gezüchtet werden sollen, entsprechende Anforderungen erfüllen: Wichtig ist sauberes, klares Wasser mit einem sandig bis feinkiesigen Untergrund – zumindest in der Flachwasserzone. Eine leichte Wasserströmung durch eine Umwälzpumpe wirkt daher auch im Gartenteich auf die Elritzen ablaichstimmulierend. Elritzen halten sich am liebsten in den oberen Wasserschichten auf. Elritzen kann man zusammen mit Bitterlingen und Stichlingen halten, die ähnliche Milieuansprüche haben. Weniger sinnvoll ist eine Vergesellschaftung mit exotischen Arten wie dem Blaubandbärbling. Dieser Fisch raspelt die Schuppen anderer Fische während ihrer Winterruhe am Gewässergrund an und kann sie dabei auch ernsthaft verletzen. Für eine sichere Überwinterung muss der Gartenteich eine Mindesttiefe von 80 bis 100cm haben. Wichtig ist auch, dass sich das Teichwasser im Sommer nicht zu sehr aufheizt. Wassertemperaturen über 20 Grad Celsius werden von den Elritzen nicht vertragen. Die Teichfläche sollte daher teilweise im Schatten oder wenigstens Halbschatten liegen; von Nutzen wären auch einige Schwimmblattpflanzen (Laichkräuter der Gattung Potamogeton oder Froschbiss Hydrocharis) oder eine bepflanzte Schwimminsel, unter denen sich die Elritzen aufhalten können. Elritzen kann man mit Teichplankton, Frost- und Trockenfutter versorgen. Die Jungfische bekommen staubfein gesiebtes Plankton.

Vermehrung der Elritze

Lässt man die Elritzen im Gartenteich überwintern, dann laichen sie im Frühjahr ab April bis Anfang Juni in der Flachwasserzone in einem Bereich zwischen 10 und 15cm Wassertiefe an Steinen, seltener an Wasserpflanzen ab. Die Fischlarven schlüpfen nach 10 bis 15 Tagen. Elritzen werden nach 1 bis 2 Jahren geschlechtsreif.

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