Schnecken und Muscheln im Gartenteich - Überblick und Arten


Schnecken und Muscheln


Schnecken und Muscheln

Die Eiförmige Schlammschnecke - Radix ovata

Die Eiförmige Schlammschnecke gleicht in Haltung und Zucht der Schwesterart Raix peregra. Sie hat jedoch ein breiter ovales, dünneres Gehäuse und ist auf kalkhaltiges Wasser angewiesen. Da sie neben kühleren Gewässern auch in Thermalquellen vorkommt, ist sie offensichtlich sehr temperaturtolerant.

Gemeine Schlammschnecke - Radix peregra

Die Gemeine Schlammschnecke ist in Europa weit verbreitet. Gelegentlich taucht die Gemeine Schlammschnecke auch zusammen mit in den Teich eingesetzten Teichpflanzen oder nach dem Besuch von Wasservögeln auf. Die Schlammschnecke sollte jedoch nicht bewusst vom Menschen eingesetzt werden, da sie sich gelegentlich auch an den Wasserpflanzen vergreift und zudem potentieller Zwischenwirt des Saugwurms Trichobilharzia ocellata, dem Erreger der Badedermatitis ist.

Kleine Sumpfschnecke - Galba truncatula

Die Kleine Sumpfschnecke kommt in Europa, Nordafrika, Teilen Asien und in Alaska vor. Die Kleine Sumpfschnecke besiedelt die Verlandungsgürtel größerer Weiher und Seen, sonst kleine temporäre Gewässer, die zeitweise trockenfallen können.

Ohrschlammschnecke - Radix auricularia

Die Ohrschlammschnecke, die größte unserer einheimischen Schlammschnecken aus der Gattung Radix, ist vor allem in pflanzenreichen, stehenden Gewässern und Altarmschlingen der Ebenen zu finden. Sie ernährt sich vor allem von Aufwuchs, den sie mit ihrer Radula von festen Substratflächen abraspelt. Auch diese Schlammschnecke ist zwittrig, bei der Begattung fungiert aber immer ein Tier als Männchen, das andere als Weibchen.

Spitze Sumpfdeckelschnecke - Viviparus contectus

Die Spitze Schlammschnecke ist die einzige unter den 5 Viviparus-Arten, die sich für die Haltung im Gartenteich eignet. Sie schont die Teichpflanzen, da sie nur Aufwuchs abweidet und Algen und Schwebstoffe aus dem Wasser abfiltriert. Sie ist lebendgebärend, die Jungschnecken kommen bereits voll entwickelt zur Welt. Die Spitze Schlammschnecke nimmt mit Hilfe einer kammförmigen Kieme, die in der Mantelhöhle liegt, im Wasser gelösten Sauerstoff auf und muss deshalb nicht zum Luftholen an die Wasseroberfläche.

Spitzhornschnecke - Lymnaea stagnalis

Die Spitzhornschnecke, auch Große Schlammschnecke genannt, ist unsere größte einheimische Wasserschneckenart. Wie alle Schlammschnecken ist sie ein Lungenatmer, der zum Lufthohlen an die Wasseroberfläche kommt. Im Winter kann sie unter Eisbedeckung aber auf Hautatmung umstellen. Sie lebt als Weidegänger und raspelt systematisch Faden- und andere Aufwuchsalgen ab. Sie kann aber auch Stücke aus den Wasserpflanzen herausbeißen und damit vor allem an Seerosen und anderen Schwimmblattpflanzen großen Schaden anrichten.

Teichnapfschnecke - Acroloxus lacustris

Die Teichnapfschnecke wird man an den Teichpflanzen nur auf den zweiten oder dritten Blick entdecken; denn sie ist klein, fast transparent und ihr napfartiges Gehäuse liegt fach auf dem Substrat an. Sie weidet auf den Stängeln und Blättern der Röhrichtpflanzen den Algenaufwuchs ab.

Gemeine Tellerschnecke - Planorbis planorbis

Die Gemeine Tellerschnecke ist häufig mit der größeren Posthornschnecke vergesellschaftet und hat eine ähnliche Lebensweise wie diese. Auch Planorbis planorbis kann lange Zeit untergetaucht bleiben und im Wasser gelösten Sauerstoff aufnehmen. Die Tellerschnecke ist ein Detritusfresser, gelegentlich werden auch Algen abgeweidet, während die Teichpflanzen verschont werden. Planorbis planorbis ist ein Zwitter, aus den Eier schlüpfen voll entwickelte Jungschnecken.

Exotische Wasserschnecken im Gartenteich

Viele der hier vorgestellten einheimischen Wasserschnecken, die sich im Gartenteich wohlfühlen, kann man auch im Kaltwasseraquarium pflegen und züchten. Das ist natürlich für Hobbyaquarianer besonders interessant, bei denen die Wasserschnecken nicht mehr oder weniger geduldetes Beiwerk von Fischen und Wasserpflanzen sind, sondern der eigenetliche Gegenstand ihres Hobbys sind. Aber inzwischen werden aber auch immer wieder neue Schneckenarten aus tropischen Gewässern im Aquarienhandel angeboten, die an Farben- und Formenreichtum unsere einheimischen Wasserschnecken übertreffen.

Malermuschel - Unio pictorum

Mehrere Malermuscheln sollte man in einem Miniteich pflegen, wenn in diesem auch Bitterlingspärchen gepflegt werden. Denn im Laufe der Stammesgeschichte hat sich eine Symbiose zwischen Muschel und Fisch entwickelt. Die Weibchen legen ihre Eier mit Hilfe ihrer Legeröhren in den Atemschlitz der Muschel, wo sie im Mantelraum Schutz finden und sich im Atem- und Filterwasserstrom der Muschel entwickeln.

Große Teichmuschel - Anodonta cygnea

Die dünnen und leichten Schalen der Großen Teichmuschel weist sie im Gegensatz zu den Flussmuscheln als ausgesprochene Stillwasserform aus. Da diese relativ große Muschel eine enorme Filtrierleistung aufbringt und innerhalb kurzer Zeit das trübe, planktonreiche Wasser klar filtert, ist sie eigentlich die Idealbesetzung für kleine bis mittelgroße Gartenteiche. Man sollte aber auf ihren Einsatz verzichten, wenn Fische im Teich gehalten werden. Denn jede Muschel produziert Hunderttausende von Larven und die parasitieren im Endstadium vor allen an den Flossen der Fische.





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