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Binsen im Überblick


Die Binsengewächse der Familie Juncaceae sind weltweit mit etwa 350 Arten vertreten, die meisten davon in den gemäßigten und kühleren Klimazonen. Etwa 1/10 kommt in Mitteleuropa vor: Die größere Gruppe stellen die Binsen der Gattung Juncus, die kleinere die Hainsimsen der Gattung Luzula. Während die Binsen ähnliche Standortbedingungen wie die Riedgräser stellen, kommen die Hainsimsen eher an trockenen Plätzen vor. Leider wird diese klare Trennung in Binsen und Hainsimsen im deutschsprachigen Raum nicht eingehalten, was immer wieder zu einiger Verwirrung. Neben den (echten) Hainsimsen werden manche Binsen regional auch als Simsen bezeichnet.

Kennzeichen der Hainsimsen grasartige, flache Blätter und spirrige Blütenstände, während die Binsen meist einen runden Halmquerschnitt haben mit kahnartigen, hohlen oder markgefüllten Blätter, die sich optisch kaum den Stängeln unterscheiden.

Im Aufbau der Blüten mit 6 Kronblättern, 6 Staubblättern und 3 Fruchtblättern ähneln die Binsengewächse den Liliengewächsen. Im Unterschied dazu sind die Blüten bei den Binsengewächsen jedoch verhältnismäßig klein und die Blütenblätter zu spelzenartigen Schuppen reduziert. Dadurch sind diese Blüten zugänglich für eine Bestäubung durch den Wind. Der Blütenstand wird als Spirre bezeichnet, eine abgewandelte Form der Rispe, bei der die unteren Blüten gestielt, die mittleren und oberen Blüten aber gestaucht sind. Meist sind mehrere Blüten zusätzlich zu einem Blütenknäuel zusammengefasst.

Die Binsen der Gattung Juncus haben offene, geschlitzte Blattscheiden, die stängelähnlichen Blätter meist einen runden Querschnitt. Bei einigen Binsen-Arten sind die Blätter stattdessen flach und rinnenartig verdickt. Die Stängel und Blätter sind entweder vollständig mit einem weißlichen Mark ausgefüllt oder durch quer verlaufende Markschichten in hohle Kammern gegliedert z.B. die Glanz- oder Glieder-Binse J.articulatus. Die Kapsel der Binsen ist meist innen durch Rippen in drei Kammern geteilt, die mehrere Samen enthalten können.

Binsen kommen in der Regel an sonnigen oder wenigstens nur halbschattigen Plätzen mit einem feuchten bis ständig vernässten Boden vor. Es gibt Arten, die auf kalkarme bis kalkfreie, leicht saure Böden angewiesen sind, andere bevorzugen nährstoff- und kalkreiche, schlammige bis lehmig-tonige Böden. Die meisten Binsenarten sind mehrjährig und bilden ein unterirdisch verlaufendes Rhizom, einige Arten sind dagegen nur einjährig.

Binsenarten

Name Standort Zone Licht Boden Sonstiges
Glanz-Binse
Juncaceae articulatus
Feuchtwiesen, Gräben, Sümpfe Feuchtzone oder Sumpfbeet sonnig Schlammig bis torfig, kalkarm auch stark verdichtete, staunasse und schlecht durchlüftete Böden; mehrjährig
Knäuel-Binse
Juncaceae conglomeratus
Feuchtwiesen, Gräben, Sümpfe, nasse Waldböden Feuchtzone oder Sumpfbeet sonnig bis halbschattig Kalkfrei, aber nährstoffreich, leicht saure Böden mehrjährig
Knollen-Binse
Juncaceae compressus
Wegränder, feuchtwiesen, Gewässerufer Feuchtzone oder Sumpfbeet sonnig kalk-u.stickstoff-reich, Lehm /Ton- oder Sand /Ton-Gemisch Auch auf verdichteten Böden; mehrjährig
Kröten-Binse
Juncaceae bufonis
Wegränder und offene Plätze Feuchtzone oder Sumpfbeet sonnig Kalkarm, aber närhstoffreich; Lehm-Ton-Gemisch Stark vernässter Boden; einjährig
Rasen-Binse
Juncaceae bulbosus
Feuchtweisen, Tümpel, Gräben, Moore Flachwasser- bis Feuchtzone sonnig Kalk- und nährstoffarm Verträgt auch Überflutung, Wasserstand 0 bis 5cm, mehrjährig
Sand-Binse
Juncaceae tenageia
Feuchtzone oder Sumpfbeet sonnig Kalkfreier o. kalkarmer Boden mit Lehm oder Sand einjährig





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