Algen im Teich mit Milch bekämpfen?

Hin und wieder liest man, dass Milch ein gutes Hausmittel zum Entfernen von Algen im Gartenteich sei, da die Milchsäure bestimmte Algen abtöten könnte.

Milch gegen Algen

Hinreichend bewiesen ist dies aber nicht. Außerdem enthält Milch neben der Milchsäure Fette, Proteine und Lactose (Milchzucker), durch deren Zersetzung große Mengen von Nährstoffen im Teichwasser freigesetzt werden, was eine explosionsartige Vermehrung von Algen im Teich zur Folge haben kann.

Fazit: Selbst, wenn man mit Milch, bzw. der in ihr enthaltenen Milchsäure die Algenvermehrung unterbinden könnte, der Folgeschaden im Teich durch Massenentwicklung von Bakterien bis zum zum Zusammenbruch der Lebensgemeinschaft im Teich wäre immens.

Eichenholz gegen Algen im Teich?

Eichenholz gibt im Wasser Lignin, Tannin und andere Gerbstoffe ab. Das nutzt man bei der Lagerung von Rotweinen oder Whisky in speziell vorbehandelten Eichenholzfässer. Dies Barrique-Verfahren verleiht dem Wein eine besondere Geschmacksnote.

Eichenholz gegen Algen

Allerdings ist dies ein langwieriges Verfahren. Entsprechend teuer sind solche Barriqueweine. Deshalb lagert man beispielsweise in den USA den Rotwein in Fässer aus Stahlwänden und hängt Eichenholzstücke hinein. In Europa gilt der Einsatz solcher Eichenholzchips als Kundentäuschung ist aber verboten.

Aber man könnte solche Eichenholzstücke, an Schnüren befestigt, in den Gartenteich hängen und damit durch die Abgabe von Gerbstoffen die Vermehrung von Bakterien und Algen im Wasser unterbinden. Ob dies schon einmal in einem Gartenteich probiert worden ist, ist nicht bekannt.

Die Abgabe der Gerbstoffe im Wein- oder Whiskyfass lässt allerdings nach einigen Jahren spürbar nach. Daher rangiert man solche Barrique-Fässer aus. Diese ausrangierten Fässer werden oft anschließend als Gartentisch, Sitzgelegenheit oder als halbiertes Fass als Miniteich angeboten.

Auch wenn die Barrique-Wirkung solcher Fässer für den Aromatisierung der Rotweine nicht mehr ausreicht, die Holzwände des halbierten Fassteiches geben immer noch genügend Gerbstoffe ab, um das Algen- und Bakterienwachstum zu stoppen und eine Algenblüte wirksam zu verhindern. Allerdings dürfte diese Wirkung nach einem Jahr auch endgültig nachlassen.

Fazit: Die Verwendung von gechipptem Eichenholz im Gartenteich bzw. ehemaligen Barriquefässer in halbierter Form als Gartenteich scheint zumindest mittelfristig eine wirksame und besonders schonende Methode zu sein, um die Entwicklung von Algen und Bakterien im Teichwasser über einen längeren Zeitraum zu stoppen. 

Essig gegen Algen im Teich?

Bei sinkendem Wasserspiegel bleiben oft unschöne Kalkränder an der Innenwand von Aquarien oder Gartenteichen. Solche Kalkränder lassen sich mit verdünnter Essigsäure leicht beseitigen.

Essig gegen Algen im Teich

Allerdings rieseln dann die Kalkreste ins Wasser und tragen zu starker Vermehrung der Algen bei. Denn Kalk in Verbindung mit Sonne und Nährstoffen, die aus zu Boden sinkenden Futterresten freigesetzt werden, ist einer der auslösenden Faktoren für eine Algenblüte.

Um den pH-Wert im Teichbecken soweit abzusenken, dass das Algenwachstum wirksam unterbunden wird, müsste man viele Liter konzentrierter Essigsäure in den Teich schütten. Damit vernichtet man aber nicht nur Algen, sondern zerstört Wasser- und Teichpflanzen und tötet im Teich lebende Tiere – angefangen von Wasserflöhen über Libellenarven bis zu den Fischen.

Essig ist also zur Verhinderung von Algenblüten völlig ungeeignet. Stattdessen gibt es schonendere Substanzen, die den pH-Wert gut gepuffert und langsam absenken.

Fazit: Um das Algenwachstum mit Hilfe von Essig im Teichwasser zu stoppen, müsste man viele Liter verdünnter Essigsäure in den Teich schütten. Konzentrierte Essigsäure hat ein pH-Wert von 3,5 ? ist also extrem sauer. Selbst bei starker Verdünnung durch das Teichwasser. Würde das Wasser immer noch so stark angesäuert, dass Fische abgetötet würden und auch die Teichpflanzen würden nach und nach eingehen. 

Kupfer gegen Algen?

Im Wasser lösliche Kupferverbindungen richten in Gewässern große Schäden, da sie für viele Organismen toxisch sind. Daher ist die Anwendung in Gewässern, auch in Gartenteichen gesetzlich untersagt.

Fazit: Die Anwendung von Kupferverbindungen als Herbizid im Wasser, um Algen und andere Wasserpflanzen abzutöten, ist auch für Fische und andere im Wasser lebende Tiere giftig und deshalb gesetzlich verboten.

Stroh gegen Algen im Teich?

Irgendwann muss einmal die Mär entstanden sein, dass man mit Stroh im Gartenteich Algen bekämpfen könnte.

Möglicherweise beruht diese Annahme darauf

  • …dass man früher empfahl, einen Strohballen als Eisfreihalter den Winter über in den Teich zu stellen.
  • …dass man als Aquarianer früher auf Stroh und Möhrenscheiben Infusorien (das sind kleine Einzeller wie Pantoffeltierchen, Amöben usw. aber auch mikroskopisch kleine Rädertierchen) heranzüchtete, um damit die Fischbrut groß zu ziehen.

Für beide Anwendungsbereiche gibt es heute längst einfachere Verfahren ohne schädliche Nebenwirkungen.

Stroh im Teichwasser beginnt bald zu faulen und sich zu zersetzen. Dann entwickeln sich massenhaft Bakterien und beginnen das Teichwasser grau einzutrüben. Die Schwebealgen im Becken bekommen Konkurrenz durch Bakterien. So ersetzt man lediglich das durch die Algen undurchsichtig grün gefärbte durch undurchsichtiges, grau-trübes Teichwasser.

Fazit: Stroh zur Bekämpfung einer Algenblüte im Gartenteich würde durch das im Wasser faulende und sich zersetzende Stroh große Menge von Nährstoffe freisetzen, die eine Algenblüte eher fördern als verhindern würde, abgesehen davon sich Fäulnisbakterien im Teich breit und das Wasser ihrerseits grau eintrüben. 

Torf gegen Algen im Teich?

Im Hochmoor wird aus der langsamen Zersetzung von Torfmoosen der Gattung Sphagnum über einen langen Zeitraum unter Luftabschluss Torf:

Dieser Torf gibt im Wasser Tannin, Lignin und andere Gerbstoffe ab – ähnlich wie sie in einem Moorsee oder Flachmoor gelöst sind. Diese im Wasser gelösten Gerbstoffe sorgen langsam und gut gepuffert für eine behutsame und dauerhafte Absenkung des pH-Wertes in einen leicht sauren Bereich, der weder Fischen noch Teichpflanzen schadet, aber die Vermehrung von Bakterien und Algen völlig unterdrücken kann.

Die Prozesse, die durch die Abgabe von Tainnen und Ligninen im Teichwasser ablaufen sind die gleichen beim Torf wie beim Eichenholz. Allerdings werden durch durch das Eichenholz im Miniteich nur für eine Saison Algen und Bakterien unterbunden, während der Einsatz von Torf einen wesentlich länger anhaltenden Effekt bietet.

Das Teichwasser nimmt durch den Torf einen leicht bräunlichen Farbton ab, bleibt aber völlig klar ? im Gegensatz zur grünen, völlig undurchsichtigen Brühe einer Algenblüte. 

Das Gegenargument, Torf dürfte man heutzutage nicht mehr abbauen und im Garten verwenden, damit die letzten intakten Hochmoorflächen vor allem im Baltikum geschützt werden, das mag für die Verwendung von Torfballen zum Auflockern von Gartenerde gelten. Aber im Gegensatz dazu sind die Mengen an ungedüngtem Torf, die man für die Pufferung der Teichwassers benötigt, verschwindend gering.

Verwendet wird im Teich ausschließlich ungedüngter Torf in kleineren Mengen, wie sie beispielsweise auch im Fachhandel zur Pufferung von Aquarien- und Teichwasser angeboten werden. Die Torffasern hängt man entweder in einem Jutesäckchen direkt in den Teich oder man füllt damit eine der Kammern in einem Mehrkammer-Teichfilter.

Im Garten hat sich Kokosfaser als Torfersatz gut bewährt, lockert den Gartenboden auf und wirkt zugleich als Wasserspeicher. Nur leider geben diese Koskosfasern keine Gerbstoffe ab, sondern verschieben durch Abgabe von Basen in den alkalischen Bereich. Damit kommen diese Koksofasern als Algenstopp im Gartenteich nicht infrage.

Fazit: Welche Hausmittel funktionieren wirklich?

Fazit: Von allen hier vorgestellten Hausmittel können lediglich Stoffe und Materialien empfohlen werden, die schwache Säuren wie Gerbstoffe langsam und gut gepuffert ins Wasser abgeben und damit die Vermehrung von Bakterien und Algen unterdrücken:

  • Eichenholz z. B. in Form von ausrangierten, halbierten Wein- und Whisky-Fässern, die zu Miniteichen umfunktioniert wurden. Allerdings nur kurzfristig, bis der im Holz gespeicherte Vorrat an Gerbsäuren erschöpft ist.
  • Ungedüngter Torf bietet dagegen eine längerfristige Lösung der Bakterien- und Algenprobleme im Gartenteich. 

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