Was ist eigentlich Schaum?

Schaum besteht aus gasförmigen Bläschen, die von einem Flüssigkeitsfilm eingeschlossen sind.

Warum schäumt das Teichwasser?

Wenn das Teichwasser schäumt lagern sich Oberflächenaktive Substanzen an der Grenzfläche zwischen Wasserspiegel und Luft an und senken die Oberflächenspannung. Wenn dann Gasbläschen aus dem Teichwasser aufsteigen, werden sie von Wassertröpfchen mit herabgesetzter Oberflächenspannung eingehüllt. Lagern sich viele dieser Gasbläschen aneinander, so bildet sich Schaum. Im Wasser sind die wichtigsten schaumbildenden Substanzen Eiweiße und Tenside.

Man kann unterscheiden zwischen temporärem Schaum und zähflüssigem, langlebigen Schaum:

  • Temporärer Schaum zerfällt bereits nach kurzer Zeit von selbst
  • Haltbarer, zähflüssiger Schaum hält sich längere Zeit und löst sich nicht von selbst wieder auf

Wenn sich oberflächenaktive Tenside im Wasser befinden und Luft ins Teichwasser mitgerissen wird – zum Beispiel unterhalb eines Wasserfalls, durch das Spritzwasser einer Fontäne oder durch heftigen Wellenschlag, dann entsteht solch ein temporärer Schaum, der wenn er in „ruhigeres Fahrwasser“ gerät, nach kurzer Zeit wieder von selbst zerfällt.

Zähflüssiger, langlebiger Schaum entsteht dagegen aus dem Abbau von organischem Material zu Eiweißverbindungen, die als oberflächenaktive Substanzen wirken.

Teichwasser schäumt – Welche Schaumformen können sich bilden?

Hinweis

Natürlicher Schaum hat meist eine weiße Farbe, seltener ist er gelblich (z. B. bei starkem Pollenflug, der sich als gelber Blütenstaub auf dem Wasserspiegel niederschlägt) oder braun (durch in den Teich eingeschwemmtes Erdreich).

Natürlich gebildeten Schaum erkennt man:

  • am Geruch: z. B. nach Erde oder, wenn der Schaum durch Algen verursacht wird, nach Fisch
  • an der Struktur: Oft enthält der Schaum auch kleine Reste von Pflanzen, einzelne Algen oder Teile von Insekten
  • natürlicher Schaum bildet sich z. B. nach heftigen Regenfällen oder nach der Schneeschmelze auf. Dann wird abgelagertes Material aufgewirbelt und mitgerissen, Algenpolster lösen sich
  • zähflüssiger Schaum, der aus dem Abbau organischer Materie gebildet wird, hält sich lange. Entnimmt man eine Probe, deren durch intensives Schütteln zerfällt, dann lässt sich daraus auch erneuter Schaum nicht mehr bilden.

Künstlich gebildeter Schaum erkennt daran:

  • dass die Schaumbläschen im Gegenlicht irisierend und in Regenbogenfarben schillern.
  • riecht oft nach Parfüm oder Waschmitteln

Hinweis

Zwar ist auch künstlicher Schaum – durch oberflächenaktive Tenside gebildet – kurzlebig und zerfällt rasch. Entnimmt man eine Probe und schüttelt sie kräftig, dann bildet sich aber wieder erneut Schaum.

Was führt zur Schaumbildung im Gartenteich?

In den meisten Fällen sind nicht vollständig abgebaute Eiweißverbindungen der Grund, dass das Teichwasser schäumt. 

Häufige Auslöser für eine Schaumbildung

  • Zuviel Fischfutter, welches von den Teichfischen nicht gefressen wird, zu Boden sinkt und von den Mikroorganismen nicht vollständig zersetzt wird.
  • Zu dichter Besatz des Teiches mit Fischen
  • Der Biofilter ist verstopft oder überlastet und arbeitet nicht mehr optimal
  • Faulende und nicht vollständig zersetzte Pflanzenreste (Falllaub, abgerissene oder abgestorbene Pflanzenteile) zu Boden gesunkene oder an der Wasseroberfläche treibende Fisch- oder Froschleichen.
  • Der Bodenschlamm wird aufgewirbelt. Unter Sauerstoffabschluss kann sich Faulschlamm gebildet haben (zu erkennen an der Schwarzfärbung durch schwarzes Eisensulfid (FeS), welches aus der Reaktion von Schwefelwasserstoff (H2S) mit Eisenphosphat (Fe3PO4) und werden der aufgewirbelt wird, dann werden vor allem Methan, Schwefelwasserstoff, Phosphate und Eiweißverbindungen freigesetzt. Diese Eiweiße und Phosphate können im Wasser eine massive, zähflüssige Schaumbildung auflösen. 
  • Gülle, die aus dem Feld in der Nähe nach heftigen Regenfällen in den Teich eingeschwemmt wird.
  • Eine Algenblüte aus Grünalgen ist zwar unansehnlich, für Teich und Mensch aber ohne gesundheitliche Folgen. Anders eine Massenvermehrung von Blaualgen: Auf der zähen, glibbrigen Masse von im Wasser treibendem oder am Ufer angeschwemmtem, metallisch blaugrünem Algenschleim kann sich Schaum bilden. Und das ist für Mensch und Tier gesundheitsschädlich und muss deshalb beseitigt werden.

Seltenere Auslöser für eine Schaumbildung im Teich

  • Bildet sich ein dichter Teppich, aus auf dem Wasser treibenden Blütenstaub, und wird dieser durch Wind oder Wellenbewegung in einer Ecke des Teiches zusammengeschoben, so kann sich Schaum bilden.
  • Huminsäuren, die aus einem benachbarten Moorbeet oder Moorteich in den Gartenteich eingeschwemmt werden
  • Aufhärten von zu weichem Teichwasser (z. B. wenn große Mengen von Regenwasser zum Füllen des Gartenteiches genutzt wird). Dabei werden bestimmte Salze als Härtebildner verwendet. Dann kann es vorkommen, dass das Wasser zu schäumen beginnt. Diese Schaumbildung löst sich jedoch bald wieder von selbst auf.
  • Auch einige Medikamente, die zur Behandlung von Fischkrankheiten oder Fischparasiten verwendet werden, können, wenn sie hochdosiert sind, eine vorübergehende Schaumbildung auslösen. Zum Beispiel Medikamente mit dem Wirkstoff Praziquantel, welche gegen Saugwürmer an den Kiemen und in der Haut der Teichfische eingesetzt werden. 
  • Einige Pflanzen enthalten natürliche Tenside ? Seifenkräuter enthalten z. B. sogenannte Saponine -, die am Teichufer stehen und bei Regen in den Teich geschwemmt werden.
  • Synthetisch erzeugte Tenside, wie sie Reinigungs- und Waschmittel, aber auch Kosmetika enthalten, gelangen in den Teich. Dazu ein besonders skurriles Beispiel: Die Besitzerin eines kleines Teiches, den sie immer glasklar und sauber halten wollte, entnahm einmal pro Monat  die größeren Steine aus dem Teich und schrubbte mit Hilfe einer Wurzelbürste und Haushaltsreiniger die Aufwuchsalgen ab und wunderte sich, dass kurze Zeit, nachdem sie die blank geschrubbten Steine wieder in den Teich platzierte, sich im Wasser Schaum bildete, gefolgt von einer massiven Entwicklung von Schwebe- und Aufwuchsalgen. 

Wie lässt sich der Schaum kurzfristig beseitigen?

Möglichkeit 1

Wenn das Teichwasser schäumt bildet sich häufig ein zäher, an der Wasseroberfläche treibender Schaum an einer Ecke im Gartenteichs. Diesen kann man mit einem engmaschigen Kescher abfischen. Dann kippt man ihn beispielsweise auf den Komposthaufen und zerteilt ihn mit Wasser aus dem Gartenschlauch oder der Gießkanne. Dann wird er sich bald an der Luft zersetzen und durch die im Kompost aktiven Mikroorganismen mineralisieren.

Möglichkeit 2

Durch Einsatz eines Oberflächenskimmers, der den Schaum mit Hilfe einer Teichpumpe absaugt. Dieser darf aber nicht direkt in den Teichfilter gepumpt werden. Vielmehr wird der Schaum in ein zwischen Skimmer und Teichfilter eingesetztes Absatzbecken (z. B. ein Bottich oder Plastikwanne) geleitet und abgeschöpft. So gelangt das auf diese Weise vorgereinigte und von Schaum befreite Wasser in den Teichfilter.

Möglichkeit 3

Durch einen Eiweißabschäumer, der direkt in den Teichfilter eingesetzt wird. Während in Meerwasseraquarien solch ein Eiweißabschäumer zur Grundausstattung gehört, kann ein solcher Eiweißabschäumer im Teichfilter nur eine kurzfristige Abhilfe schaffen. Als Dauerlösung ist er ungeeignet. Kurzfristig entfernt er jedoch für die Fische giftige Stickstoffverbindungen aus dem Abbau von Eiweißen, vor allem Nitrit.

Wie lässt sich die Schaumbildung künftig verhindern?

Den Schaum aus dem Teich zu entfernen, das kann nur eine kurzfristige Abhilfe schaffen. Will man die Schaumbildung auf Dauer unterbinden, so muss man die Ursachen und Auslöser der Schaumbildung kennen und diese dann auch beseitigen.

  • Fische nicht überfüttern. Nur so viel Fischfutter austeilen, welches innerhalb weniger Minuten vollständig von den Fischen gefressen wird. Lieber mehrmals täglich kleinere Mengen verfüttern. Lebendfutter (Wasserflöhe, Insektenlarven, Tubifex) belastet das Teichwasser weniger stark als sich am Teichgrund zersetzendes Flockenfutter und Pellets.
  • Im Wasser treibende Pflanzenreste, Falllaub und abgestorbene Wasserpflanzen regelmäßig entfernen, bevor sie verrotten, sich zersetzen und Substanzen freisetzen, die zur Schaumbildung im Wasser führen.
  • Unterwasserpflanzen nehmen ihre Nährstoffe über die Blätter auf. Die Wurzeln dienen zum Verankern im Bodengrund – im Gegensatz zu den Teichpflanzen der Röhrichtzone. Deshalb als Substrat für Unterwasserpflanzen nur ungedüngte Teicherde oder Feinkies verwenden.
  • Die Bildung von Faulschlamm verhindern, indem in regelmäßigen Abständen der am Mulm, der sich Boden gesammelt hat, absaugt. Oder die untere Wasserschicht mit Sauerstoff anreichern durch künstliche Belüftung.
  • Im Herbst ein Netz über die Wasserfläche spannen, damit das Falllaub abgefangen werden kann.
  • Einen Skimmer einsetzen, mit dessen Hilfe auf dem Wasser treibendes Laub, abgerissene Pflanzenteile, Schwebstoffe und die aus Mikroorganismen gebildete Kahmhaut absaugt wird.

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