Rotfeder
Scardinius erythrophthalmus

Rotfeder

Rotfeder - Foto: Chomelka, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Pflege
einfach
Zucht
einfach
Größe
20 bis 30 cm
Anzahl
kleine Gruppen
Idealtemperatur
10 bis 20°C
Erreichbares Alter
7 Jahre
Winterhart
Ja
Für Teichart
Normaler Teich

Mit ihren leuchtend roten Flossen ist die Rotfeder eine der schönsten einheimischen Fischarten, die sich für die Haltung im Gartenteich gut eignen. Rotfedern sind friedlich und gesellig und können gut mit Rotaugen und Orfen vergesellschaftet werden. Sie haben allerdings einen großen Nachteil, sie fressen vor allem Wasserpflanzen. Dem kann man etwas vorbeugen, indem man Gräser, Binsen und breitblättrige Pflanzen statt feinfiedrige Unterwasserpflanzen in den Teich pflanzt.

Verbreitung und Lebensraum der Rotfeder

Die Rotfeder kommt in Europa außer auf der Iberischen Halbinsel, Schottland, Nordskandinavien, den Mittelmeerinseln und der Peleponnes vor. Auf dem griechischen Festland wird sie von der Griechischen Rotfeder Scardinius geaceus vertreten. In Mittel und Süditalien sowie Teilen des westlichen Balkans kommt eine Unterart der Rotfeder, Scardinius erythophthalmus scardafa, vor. Eine weitere Unterart, Sc.e.racovitzai, die nur 9cm groß wird, kommt ausschließlich in einigen heißen Quellen Rumäniens vor. Die einheimische Rotfeder hält sich im seichten Uferbereich stehender und langsam fließender Gewässer mit schlammig-sandigem Untergrund auf. Im Gebirge kommt sie bis in Höhenlagen von 900m ü. NN vor, in den Schweizer Alpen sogar bis in 1800m ü. NN.

Merkmale, Form und Färbung der Rotfeder

Die Rotfeder hat einen relativ hochrückigen, seitlich etwas abgeflachten Körperbau. Die Maulspalte ist eng und steht schräg nach oben. Die Bauchkante zwischen After- und Bauchflossen ist gekielt. Das Vorderende der Rückenflosse liegt bei der Rotfeder deutlich hinter dem Ansatz der Bauchflossen – im Gegensatz zu den Rotaugen. Die Augeniris ist goldglänzend, beim Rotauge dagegen rötlich gefärbt. Rücken und Kopfoberseite der Rotfeder sind braun- bis graugrün gefärbt, die Flanken deutlich heller mit einem messingfarbenen Schimmer, während die Bauchseite silbrig glänzt. Außer den Brustflossen sind alle anderen Flossen leuchtend rot, ihre Basis dunkel rötlich braun oder graubraun gefärbt. Die Geschlechter sind nur schwer zu unterscheiden: Die Bauchlinie des Männchens verläuft gerade, die des Weibchen ab einer Körperlänge von wenigstens 15cm nach unten gerundet.

Pflege der Rotfeder im Gartenteich

Die Rotfeder bildet Schwärme, die meist dicht unter der Wasseroberfläche oder im Flachwasserbereich zwischen den Pflanzen über sandig-schlammigem Untergrund umher schwimmen.

Rotfedern in der Flachwasserzone eines Teiches
Rotfedern in der Flachwasserzone eines Teiches – Foto: Traper Bemowski, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported

Die schöne rote Flossenfärbung behalten die Rotfedern nur in sauberem, unbelastetem Teichwasser; trübt sich das Wasser und ist es organisch belastet, dann verblassen die Farben. Neben Zooplankton und anderen kleineren Wirbellosen ernähren sich Rotfedern zum Leidwesen der Gartenteichbesitzer vor allem von Wasserpflanzen. Damit dabei nicht der gesamte Wasserpflanzenbestand vernichtet wird, sollte man statt feinfiedrigen, zarten Wasserpflanzen eher breit- und lederblättrige Pflanzen oder Gräser und Binsen im Teich anpflanzen. Sinnvoll ist auch eine sogenannte Schwimminsel, deren Pflanzenbewuchs außer Reichweite der Rotfedern liegt. Rotfedern sind gesellige, friedliebende Fische, die man sehr gut mit Plötzen und Orfen, Fischen mit ähnlichen Milieuansprüchen, zusammen in einem entsprechend großen Teich halten kann.

Vermehrung der Rotfeder

Rotfedern laichen zwischen April und Mai. Die Männchen weisen zur Laichzeit einen feinkörnigen Laichausschlag an Kopf und Rücken auf. Pro Weibchen können bis zu 200.000 der kleinen, klebrigen Eier an Wasserpflanzen abgelegt werden. Damit solche Mengen an Eiern nicht verpilzen oder verfaulen und das Teichwasser belasten und wenigstens einige Nachkommen den Fortbestand der Rotfedergruppe sichern können, muss der Teich während der Laichsaison gut gefiltert und mit Sauerstoff versorgt werden. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Larven nach etwa 3 bis 10 Tagen.

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