Das kann der Teichgrund sein, wenn beispielsweise eine stark wachsende Seerose eine große Pflanztiefe braucht und deshalb in den Teichboden in der Tiefenzone des Gartenteichs eingesetzt wird.

Es kann sich aber auch um eine kleinwüchsige Seerose handeln, die in einen Pflanzkorb eingepflanzt wurde. In diesem Fall ist die Pflanztiefe der Abstand zwischen Wasserspiegel und der Substratoberfläche im Pflanzkorb. Unabhängig davon, ob der Pflanzkorb in der Flachwasserzone oder ? aufgebockt auf Steinplatten oder Backsteinen – in der Tiefenzone des Teichs platziert worden ist.

Einer Jungpflanze, die erst mit dem Austrieb der Blatt- und Blütenstiele aus dem Rhizom begonnen hat, kann man ihre Entwicklung erleichtern. Dazu stellt man den Pflanzkorb zunächst ins flache Wasser und rückt ihn dann entsprechend dem Längenwachstum der Seerose nach und nach in tieferes Wasser. Oder der Pflanzkorb steht auf einer Anzahl aufeinander geschichteter Backsteine oder Steinplatten als Unterbau, von denen parallel zur wachsenden Größe der Seerose jeweils ein Stein entfernt wird, bis die Seerose ihre endgültige Pflanztiefe erreicht hat und ihre Schwimmblätter sich auf der Wasseroberfläche ausbreiten können.

Unser Tipp

Sie haben keinen Gartenteich? Eine Zwergseerose lässt sich auch hervorragend in einem größeren Pflanzkübel auf der Terrasse oder dem Balkon pflegen. Auch leere Weinfässer eignen sich.

Warum ist die richtige Pflanztiefe für Seerosen so wichtig?

Wird eine stark wachsende Seerose, die eigentlich eine große Pflanztiefe braucht, in zu flaches Wasser gesetzt, dann wird sie zu rasch im Frühjahr die Wasseroberfläche erreichen. Daraufhin entwickelt sie zu viel Blattmasse. Diese Blätter werden sich aus Platzmangel übereinander schieben und sich, durch die gegenseitige Abschattung, das für die Photosynthese notwendige Licht wegnehmen.

Eine Zwergseerose, die an geringe Pflanztiefen angepasst ist, wird – in zu tiefes Wasser gesetzt – nur mit Mühe und großem Energieaufwand die Wasseroberfläche erreichen. Dann bleiben keine Reserven, um echte Schwimmblätter zu entwickeln.

In beiden Fällen werden Seerosen, in die falschen Pflanztiefe gesetzt, auch kaum Blüten entwickeln.

Auf den Zusammenhang zwischen Wachstum, Pflanztiefe und beanspruchte Wasserfläche wird für einige der bekanntesten Seerosen an anderer Stelle näher eingegangen (s. Relation zwischen Teichgröße und Seerosengröße).

Früher ging man davon aus, dass winterharte Seerosen eine Pflanztiefe von wenigstens 90 cm haben müssen, damit in strengen Winter der Teich nicht bis zum Boden zufriert und die Seerosen dann im Eisblock eingeschlossen wäre, das würde auch die frosthärteste Seerosenpflanze nicht überleben.

Mit der Klima-Erwärmung sind auch unsere mitteleuropäischen Winter milder geworden; dass ein Gartenteich bis zum Boden rund durchfriert, das kommt kaum noch vor. So reicht für unsere winterharten Seerosen-Arten und Sorten heutzutage oft eine Tiefe des Gartenteichs von 60 cm, es denn die Seerose ist schnell und hoch wachsend und braucht von sich aus eine größere Pflanztiefe.

Zwergseerosen (Pflanztiefe zwischen 15 und 30 cm)

Pflanztiefe bei Zwergseerosen

Unter den Zwergseerosen der Pygmaea-Gruppe ist die Nymphaea pygmaea ?Rubra? die größte Seerose. Sie wird mit einer Pflanztiefe von 30 cm aber immer noch zu den Zwergseerosen gezählt. Die Seerose beansprucht jedoch eine Mindestwasserfläche von 1 m² pro Pflanze.

Kleinwüchsige Seerosen (Pflanztiefe zwischen 40 und 70 cm)

Die Nachfrage nach Seerosen dieser Größenklasse ist besonders groß, da viele kleine bis mittelgroße Fertigteiche nur noch eine geringe Wassertiefe von bis zu 70 cm haben.

Kleinere Seerosen
Nymphaea ?Laydekeri Liliacea?
Epibase, Nymphaea Laydekeri Liliacea1UME, CC BY-SA 3.0

Nymphaea ?Laydekeri Liliacea? ist eine der ältesten Seerosensorten in der Größenklasse der Kleinwüchsigen Seerosen. Sie wurde bereits 1893 von dem berühmten französischen Seerosenzüchter Latour-Marliac gezüchtet. Die optimale Pflanztiefe ist etwa 40 cm, im Teich beansprucht diese Sorte aber eine Wasserfläche von mindestens 2 m² pro Exemplar.

Mittelstark wachsende Seerosen (Pflanztiefe zwischen 70 und 100 cm)

Pflanztiefe mittelgroßer Seerosen
Nymphaea ?James Brydon?
C T Johansson, Nymphaea ‚James Brydon‘-IMG 6023, CC BY-SA 3.0

Für diese Seerosensorte sollte die Mindestwassertiefe 70 cm betragen, pro Exemplar rechnet man mit einer Wasserfläche von 2 bis 3 m² ? da schwanken die Literaturangaben.

Sehr stark wachsende Seerosen (Pflanztiefe mehr als 100 cm)

Pflanztiefe großer Seerosen
Nymphaea ?Marliacea Carnea?
Amanda Slater from Coventry, West Midlands, UK, Nymphaea ‚Marliacea Carnea‘ (2576222668), CC BY-SA 2.0

Nymphaea ?Marliacea Carnea? braucht als starkwüchsige Seerose eine Pflanztiefe von etwa 120 cm.

Diese Seerosensorte gehört außerdem zu den Dauerblühern. Die mögliche Blütezeit reicht von Mai bis September. Die Blüte hat nicht nur ein interessantes und regelmäßiges Farbmuster mit Übergängen zwischen Weiß und Rosa, sie duftet außerdem intensiv nach Vanille. Als eine sehr starkwüchsige Sorte braucht sie allerdings auch eine Wasserfläche von wenigstens 12 m2 pro Exemplar.

Faustregel

Die Faustregel ?Große Seerose braucht große Pflanztiefe und eine große Wasserfläche? stimmt jedoch nicht immer. Es gibt z. B. Seerosen, die klein bleiben und mit einer geringen Wassertiefe auskommen, aber eine enormen Ausbreitungsdrang entwickeln und deshalb mit der Zeit auch eine entsprechend große Wasserfläche einnehmen.